PROJEKTE

Unsere Mitglieder ...

... engagieren sich in allen gesellschaftlichen Bereichen: Soziales, Bildung und Gesundheit, Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Umwelt und Tierschutz, etc.
In welche Projekte sie investieren, sehen Sie auf dieser Seite, die wir nach und nach mit Beispielen ergänzen.

SUPERTRAMPS

Es gibt immer einen Weg

„Es gibt immer einen Weg!“, ist Katharina Turnauer überzeugt. „Menschen, die auf der Straße leben, haben einen ganz spezifischen Blick auf die Stadt und genau das macht sie zu Stadtexperten und –expertinnen.“ Sie wissen, wo es die g’schmackigste Gratis-Suppe gibt, wo man sich ohne Konsumzwang aufwärmen kann, was einen guten Schlafplatz ausmacht. Sie sind Meister im Verhandeln, stolze Ex-Alkoholiker, Musiker aus Leidenschaft und charmante Augustin-Verkäuferinnen. Manche waren IT-Berater von Großkonzernen, Militäroffiziere oder Hotelmanagerin. Auf der Straße sind sie aus den unterschiedlichsten Gründen gelandet: Scheidung, Jobverlust, Sucht, psychische oder physische Krankheiten, Schulden, Flucht, Haftentlassung.

Supertramps lädt zu einem kleinen abenteuerlichen Spaziergang durch Wien. Die StadtführerInnen zeigen nicht den Stephansdom, nicht das Riesenrad und auch nicht die Spanische Hofreitschule, sondern Sehens- und Hörenswürdigkeiten abseits der ausgetretenen Pfade und Reiseführer – Geheimtipps. An ausgewählten Orten verknüpfen die Supertramps Wissen zum Thema Obdachlosigkeit mit ihren persönlichen Lebensgeschichten. Das bedeutet nicht 90 Minuten Betroffenheit und Mitleids-Tour. Ironie, Witz, Diskussion, Fakten, Anekdoten, Lebensphilosophie, Erkenntnisse und Träume – all das sind die vielschichtigen Bausteine der Spaziergänge mit Wiens Obdachlosen.

Zum Beispiel mit Hedy. Hedy ist 1957 in Australien geboren und war einst Klubchefin der Grünen in der Josefstadt. Jetzt wohnt sie in einem Zelt am Stadtrand.

„An das Aussehen klammern sich die meisten wohnungslosen Frauen. Die Kosmetik, die Kleidung – obwohl es wahnsinnig unpraktisch ist. Und die Suche nach einem Mann, das ist in der Szene sehr stark verbreitet. Und die Beziehungen sind halt meistens nicht die besten. Ich bin da die große Ausnahme. Ich bin vollkommen unabhängig und hab hier oben mein Zelt und meine Ruhe.”

Hedys Tour führt uns durch die hippen Bobo-Bezirke Mariahilf und Neubau, in denen abseits von In-Cafés und Pop-up Stores noch ein ganz anderes Leben stattfindet: mit Einrichtungen wie dem Jedmayer, Häferl, Frauentageszentrum Ester, Gruft und axxept gibt es auch wichtige Anlaufstellen für wohnungslose Menschen. Hedys persönliche Hot-Spots beziehen sich jedoch viel mehr auf ihre Hobbys und Leidenschaften. Ganz oben auf Hedys Liste steht das Garteln, dem sie regelmäßig bei ihrer eigenen Baumscheibe nachgeht. Und das Lesen, das sie – wie sie selbst sagt – zum Überleben braucht. Besonders viel weiß Hedy über das Leben in freier Natur – wer demnächst einen Camping-Trip plant, der ist bei Hedys Tour bestens aufgehoben!

http://supertramps.at/

Freude an Forschung

früh gefördert

Entgegen anderer Akteure setzt die Kaiserschild-Stiftung nicht primär auf die Förderung von Forschung und Entwicklung per se, sondern fokussiert auf Nachwuchsförderung. Bereits Kinder werden auf ihrem Bildungsweg begleitet und an die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik herangeführt, um schließlich besonders begabte Maturantinnen und Maturanten früh an das universitäre System anzubinden.

Die Kaiserschild-Stiftung vergibt seit 2010 Dr. Hans Riegel-Fachpreise für Vorwissenschaftliche Arbeiten. Die Beurteilung der wissenschaftlichen Qualität der eingereichten Arbeiten obliegt Universitäten. Mittlerweile sind fünf Universitäten in Österreich am Projekt beteiligt, eine weitere Kooperation ist geplant. Die Preisverleihungen werden von der jeweiligen Universität zusammen mit der Kaiserschild-Stiftung durchgeführt, wobei die Stiftung die Kosten für die Preisgelder, die Sachpreise und die Veranstaltung trägt. Derzeit wendet die Stiftung jährlich rund EUR 40.000 für die Dr. Hans Riegel-Fachpreise auf.

Schulen, die erstplatzierte Arbeiten hervorbringen, erhalten Sachpreise. Die Preisträgerinnen und Preisträger selbst profitieren nicht nur von den individuell ausgeschütteten Preisgeldern, sondern auch von einem umfangreichen Alumni-Programm, das den Prämierten nach der Verleihung offensteht. Das Alumni-Programm umfasst unterschiedliche Veranstaltungsformate, die der Vernetzung sowie dem fachspezifischen und interdisziplinären Austausch zwischen den Preisträgerinnen und Preisträgern sowie mit Persönlichkeiten aus den Bereichen Wissenschaft und Wirtschaft aus Österreich und Deutschland dienen. Die Prämierten werden bis zu 3 Jahre nach Erhalt des Preises im Alumni-Programm gefördert. Die Kosten für das Alumni-Programm trägt die Kaiserschild-Stiftung zusammen mit der deutschen Dr. Hans Riegel-Stiftung.

Die Dr. Hans Riegel-Fachpreise sind somit ein zentrales Instrument zur Umsetzung der langfristigen Ziele der Kaiserschild-Stiftung, die sich in ihrer Arbeit auf die Förderung des Potentials junger Menschen konzentriert, um damit die Entwicklung des Forschungs- und Wirtschaftsstandorts positiv zu beeinflussen.

http://www.hans-riegel-fachpreise.com/

Sulmtaler Huhn, Filmfestival und Lyrikpreis

Ganzheitlich + regional

Was haben das Sulmtaler Huhn, das Blume Filmfestival und der Feldkircher Lyrikpreis gemeinsam?
 – Alle drei „Projekte“ werden von der Vorarlberger Impulse Privatstiftung unterstützt.

Die geförderten Institutionen und Maßnahmen weisen aufgrund der breiten Definition des Stiftungszweckes wenig Gemeinsamkeiten auf – eine Schule, ein Landwirt, eine kleine Theatergruppe, … Was sie eint, ist ihre Überzeugung, dass sie nicht Opfer widriger Umstände sind, sondern dass sie selbst das Zusammenleben und die Zukunft sinnvoll gestalten können.

Die Stifterin hat ihr Erbe nach weitestgehend ethischen Kriterien angelegt und finanziert mit dem Ertrag sehr unterschiedliche Initiativen und Personen im Rahmen des Stiftungszweckes. Dabei ist ihr der Erhalt des Kapitals nicht wichtig: es kann durch Zustiftungen aufgebaut oder durch Finanzierungen aufgebraucht werden. Wichtig ist allein die Überzeugung, Impulse für eine nachhaltige Entwicklung in einem der beschriebenen Bereiche anzustoßen.

Im Falle des Sulmtaler Huhns, z.B., wurde die ganzheitliche Verwertung außerhalb der industriellen Lebensmittelproduktion in der Region gefördert. Land, Bund und Wirtschaft hätten dafür keine Mittel bereitgestellt. Mit dem Lyrikpreis werden regionale Poetinnen und Poeten motiviert zu publizieren. Die Impulse Privatstiftung sieht sich als Ergänzung zu öffentlichen Kulturförderungen und erlaubt sich, unkonventionelle und kritische KünstlerInnen zu unterstützen.

www.impulse-stiftung.com

Hunderte Projekte, tausende Menschen, die in den Genuss ihrer Darbietungen, Produkte und Visionen kommen, die ein ungewöhnliches Fagott-Konzert hören, an einer Sagenwanderung teilnehmen, ein Stipendium für ihr Kunststudium im Ausland erhalten oder in ein gesundes Sulmtaler Hendlhaxl beißen. Im Herbst feiern Stifterin und ehrenamtliche FunktionsträgerInnen mit den Begünstigten und vielen Gästen aus Kunst, Kultur, Bildung, Ökologie, …  und setzen selbst mit ihrem Fest einen Impuls für die Region: Wir selbst sind es, die unsere Welt gestalten.

Exzellente Schulbildung...

...steht allen Kindern zu

Die Bildungschancen sind in Österreich ungerecht verteilt.
Österreich gehört zu den drei OECD-Ländern, in denen ein Bildungsaufstieg am schlechtesten gelingt: Nur 21 Prozent der 25- bis 64-Jährigen erlangen einen höheren Bildungsabschluss als ihre Eltern. Nahezu zwei Drittel der 17-Jährigen, deren Eltern einen Hochschulabschluss haben, besuchen eine maturaführende Schule. Verfügen die Eltern jedoch nur über einen Pflichtschulabschluss, beträgt die Aussicht auf eine AHS-Matura nur 8 Prozent. 82 Prozent der SchulabbrecherInnen kommen dabei aus Hauptschulen, Neuen Mittelschulen, Polytechnischen Schulen oder Kooperativen Mittelschulen. Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien oder mit Migrationshintergrund sind die VerliererInnen des Bildungssystems. Was aufgrund von Herkunft oder soziokulturellem Hintergrund an Unterstützung im familiären Umfeld fehlt, wird vom Bildungssystem kaum aufgefangen. Damit bleiben erhebliche Potenziale und Talente für die Gesellschaft ungenützt.
Der Lösungsansatz von Teach For Austria: Lehrkräfte verändern Lebenswege.
Darum rekrutiert Teach For Austria HochschulabsolventInnen für das zweijährige Fellowprogramm. Fellows bringen fachliche Kompetenz und ein hohes Maß an gesellschaftlichem Engagement ein. Sie widmen sich bewusst der Aufgabe, Jugendlichen einen besseren Start in die Arbeitswelt zu ermöglichen, indem sie mit ihnen lernen.

 

Teach For Austria-Fellows gehen als vollwertige Lehrkräfte an ausgewählte Schulen, deren SchülerInnen aus Familien mit geringem Bildungsniveau im untersten Dezil der Gesellschaft kommen. Im Durchschnitt haben 85 Prozent der Kinder an den Einsatzschulen eine nichtdeutsche Muttersprache. Die besondere Herausforderung an diesen Schulen ist es, bis zu zweieinhalb Jahre Bildungsrückstand aufzuholen und dadurch den sozialen Aufstieg dieser Kinder möglich zu machen. (Quelle: Nationaler Bildungsbericht 2012).

 

Fellows unterrichten derzeit an Neuen Mittelschulen und Polytechnischen Schulen in Wien und Salzburg Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 15 Jahren. Nach Abschluss des zweijährigen Programms wirken Teach For Austria-Fellows weiter: als LehrerInnen an Zielschulen, als Social Entrepreneurs im Bildungsbereich, in der Wissenschaft sowie im öffentlichen und Privatsektor.

Kunst-Highlight

Gustav Klimt Zentrum am Attersee

Gustav Klimt verbrachte den Sommer in den Jahren 1900 bis 1916 regelmäßig am Attersee. Der See und die Landschaft der Region inspirierten ihn zu über 40 von 50 bekannten Gemälden, deren Motive aufmerksame BetrachterInnen auch heute noch rund um den Attersee entdecken können.

Bereits seit den 1980er Jahren wurden immer wieder die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen diskutiert, in Erinnerung an den prominenten Urlaubsgast ein Dokumentationszentrum einzurichten. Es sollte aber bis 2012 dauern, bis das Gustav Klimt Zentrum in Kammer-Schörfling am nordöstlichen Ufer des Attersees als Folge eines EU-Leader-Projektes eröffnet werden konnte.

Die Initiative zur Umsetzung des Projekts ist einem privaten Wirtschaftstreibenden aus der Region zu  verdanken. Er errichtete das Gebäude und stellte Flächen für ein Café (Erdgeschoß) und für die Ausstellung im Ausmaß von 120 Quadratmetern im ersten Stock zur Verfügung. In den ersten beiden Jahren übernahm der Regionalverein, der auch für die Abwicklung dieses „Leader-Leuchtturmprojektes“ verantwortlich zeichnete, die Betriebsführung des Zentrums. Die wissenschaftlich-kuratorische Begleitung lag für diesen Zeitraum beim Wiener Leopold Museum.

Kleinod am See
2015 übernahm die Aufgabe der Betriebsleitung sowie die wissenschaftlich-kuratorische Verantwortung die Klimt-Foundation. Sehr schnell stellte sich das Klimt-Zentrum als Gewinn für die Arbeit der Stiftung dar: Für den rasch ansteigenden Bestand der Kunstsammlung steht nun eine kleine, aber feine Ausstellungsfläche zur Verfügung. Um die Werke ansprechend und zeitgemäß präsentieren zu können, wurden zahlreiche bauliche Maßnahmen gesetzt, die Betriebsführung optimiert und die Kuratierung und Ausstellungsleitung nach den Maßstäben eines professionellen Museumsbetriebes ausgerichtet.

Das Gustav Klimt Zentrum hat sich seither als Kunst-Highlight mit einem qualitätsorientierten Angebot am Attersee etabliert, das mit seiner ersten konzipierten Sonderausstellung über die Modedesignerin Emilie Flöge rund 11.000 regionale, nationale und internationale BesucherInnen begeisterte. Die Erweiterung des Zentrums mit einem Museumsshop und der Gestaltung des Außenraumes mit den beliebten „Enzis“ – den Sitzmöbeln des Wiener MuseumsQuartiers – verleihen der Location zusätzliches Flair und eine visuelle Verbindung zwischen Wien und dem Attersee.

www.klimt-foundation.com

Wiesen, Sutten, Raine

Vogel-Biotope retten

Die REWE International mit ihren Handelsfirmen Billa, Merkur, Bipa, Adeg, Penny und Sutterlüty arbeitet bereits seit 15 Jahren an einer Pestizidreduktion bei konventionellem Obst und Gemüse. Als Projektpartner stieg die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 in die Bearbeitung des Problems ein. Über die Auseinandersetzung mit den Pestiziden rückte in den letzten Jahren die Themen Biodiversität und Artenvielfalt in den Fokus des Konzerns, denn trotz der starken Reduktion der Pestizide war eindeutig festzustellen, dass kaum oder wenige positive Effekte im Erhalt der Biodiversität erkennbar waren. Die Vogel- und Naturschutzorganisation BirdLife Österreich kam als neuer Partner der REWE hinzu.

In Mitteleuropa ist etwa bereits jeder zweite Vogel aus unserer Agrarlandschaft verschwunden, seit 1998 gab es bei den österreichischen Vögeln einen Rückgang um ein Drittel. Generell besteht die größte Gefahr im intensiven Obst- und Gemüsebau im Verlust ungenutzter oder extensiv bewirtschafteter Teilflächen der Anbaubetriebe. Diese wertvollen ökologischen Flächen stehen außerhalb der intensiven Produktion und sind mehr oder weniger Beiwerk landwirtschaftlicher Betriebe. Dazu gehören z.B. Streuobstwiesen, Magerwiesen, Feuchtwiesen oder Sutten, Böschungen und Raine. Der Erhalt solcher Flächen zählt zu den wichtigsten Aufgaben im Naturschutz. Diese gefährdeten Biotope stellen wichtige Inseln innerhalb der intensiven landwirtschaftlichen Produktionsflächen dar.

Wie geht eine gemeinnützige Unternehmensstiftung so ein Thema an?

BirdLife Österreich erarbeitet im Auftrag der Nachhaltigkeitsabteilung der REWE International ein Programm zum Schutz wertvoller Flächen an intensiv genutzten Standorten. Das Flächenschutzprogramm basiert auf dem Biotoptypenkatalog des Umweltbundesamtes. Zentrales Bewertungskriterium ist, im Gegensatz zu Agrar- und Umweltprogrammen, allein die ökologische Wertigkeit der Fläche. Daraus wird die Höhe der Prämie pro Hektar ermittelt. In den nächsten zehn Jahren sollen mindestens 1.000 Hektar von wertvollen Flächen abgesichert werden. Die Prämien werden auf Basis eines Vertragsnaturschutzes abgeschlossen. Unterstützt werden Produzenten von REWE aber auch sonstige private Betriebe und Natur-, Tier- und Umweltschutzvereine, die ebenso wertvolle Flächen betreuen und bewirtschaften.

Wie bewerten Konzern, Vorstand und Zielgruppen den Ansatz von Blühendes Österreich?

Das Leuchtturm-Projekt „Blühendes Österreich“ ist Teil des Nachhaltigkeitsmanagements, das 2008 in der Unternehmensstrategie der REWE International AG verankert wurde.

Frank Hensel, CEO des Konzerns setzte mit der Errichtung der Stiftung ein starkes Zeichen: „Diese gemeinnützige Stiftung ist ein Novum im österreichischen Lebensmittelhandel. Mittlerweile wurden 230 Hektar an wertvollen und gefährdeten Wiesen, Streuobstflächen, Mooren, etc. gesichert, heuer werden noch 80 Hektar dazukommen. Innerhalb der nächsten Jahre sollen es mindestens 1.000 Hektar werden. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität in Österreich, schützen Lebensräume von Tieren und setzen uns für den Artenschutz ein. Damit zeigen wir unmissverständlich, wie wichtig uns das Thema Nachhaltigkeit generell und Biodiversität im Speziellen ist.“

Dagmar Schratter, Direktorin Tiergarten Schönbrunn und Vorstandsmitglied Blühendes Österreich, hofft auf Nachahmer: „Die REWE International AG hat mit Blühendes Österreich ein Leuchtturmprojekt für den Naturschutz in Österreich geschaffen. Blühendes Österreich soll in mehrfacher Hinsicht Vorbild für private Initiativen zum Schutz der heimischen Biodiversität werden.“

Erich Zillner, Schafzüchter in Hundsheim NÖ und Vertragspartner Flächenschutzprogramm, freut sich über die Zusammenarbeit: „Wir waren überrascht von der Möglichkeit einer Unterstützung seitens einer REWE-Naturschutzstiftung. Blühendes Österreich würdigt uns und unsere Arbeit in toller Art und Weise.“

Die Stiftung wird zusätzlich am Programm „Bauern beobachten Natur“ des ÖKL teilnehmen. „Bauern beobachten Natur“ ist ein Citizen Science Projekt zur Einbindung von Landwirten in die Beobachtung und Erfassung wertvoller Tier- und Pflanzenarten auf ihren Betrieben/Höfen.

https://www.bluehendesoesterreich.at/

The forgotten children of Syria

Kinderflüchtlingshilfe Kilis

Kilis, eine Stadt in der südöstlichen Türkei unweit der syrischen Grenze. Flüchtlinge aus Syrien, die nicht die Kraft haben, sich durch halb Europa durchzuschlagen, die nicht in den staatlichen Camps untergekommen sind, suchen Schutz in Kilis.  Alleinstehende Mütter mit ihren Kindern, Kinder, die ohne Angehörige über die Grenze geflohen sind, finden Unterstützung bei Mahmoud Dahi. Der gebürtigen Syrer, der lange Zeit in München gelebt hat, bietet den Kindern und ihren Familien ein vorübergehendes Zuhause in der Nähe ihrer Heimat, „damit ihre Wurzeln bewahrt bleiben und sie die beschwerliche, lebensgefährliche Flucht nach Europa erst gar nicht antreten müssen“, formuliert Dahi das Ziel seiner Bemühungen.

Das Hilfsprojekt besteht mittlerweile aus angemieteten Wohnungen und einem Waisenhaus, es gibt einen Kindergarten, ein Lernzentrum und eine Frauenwerkstatt. Vor allem aber wird den Menschen eine Perspektive geboten. Indem die Organisation Spendahilfe die Mieten bezahlt, können die Flüchtigen legal in der Türkei leben. Abgesehen von Gütern, die die Menschen zum Überleben benötigen, wie Nahrung, Hygieneartikel , Medikamente etc., setzt das Projekt auf Bildung, die in Krisen immer vernachlässigt wird. Besonderen Wert legt M. Dahi auf die politische Aufklärung und die Herausbildung von Toleranz und Akzeptanz von Diversität, damit die traumatisierten jungen Menschen nicht leichte Beute für radikale Parteien werden.

Während die Mütter ihrer Arbeit in der Frauenwerkstatt nachgehen, können die Kleinen im Kindergarten toben und spielen. Sie werden aber auch von Fachkräften nach einem speziell für traumatisierte Kinder zugeschnittenen Programm betreut und gefördert, ungeachtet ihrer ethnischen oder konfessionellen Zugehörigkeit – ein entscheidender Unterschied zu vielen Hilfsorganisationen in der Region.

„Wir unterstützen Spendahilfe mit eigenen finanziellen Mitteln und unseren Kontakten zu anderen Stiftungen und Unternehmen, mit Know-How und PR-Initiativen, um weitere Spendengelder für das Projekt zu lukrieren“, erklärt die Stifterin Samira Rauter ihr ‚Herzensprojekt‘ in Zusammenarbeit mit Spendahilfe. „Wir wollen diesen Menschen die Möglichkeit zu geben, nach Ende des Krieges wieder in ihre Heimat zurückzukehren, denn das ist ihr Wunsch: Sie wollen Frieden und sie wollen nach Hause“, ist Samira Rauter überzeugt. „Bis es soweit ist, versuchen wir ihnen Geborgenheit und eine Perspektive zu geben. Wir müssen verstärkt vor Ort helfen, damit die lebensgefährliche Reise nach Europa keine Option mehr darstellt.“

http://www.peoplesharefoundation.org/

RaumGestalten

Baukulturvermittlung für junge Menschen

Jeder Mensch bewegt sich fast das gesamte Leben in gestalteter Umwelt und gibt einen Großteil des Lebenseinkommens für Dinge aus die mit Bauen und Wohnen sowie Mobilität zu tun haben. Architektur und Raumplanung haben damit einen unmittelbaren und unausweichlichen Einfluss auf das tägliche Leben. Und trotzdem gibt es nur wenige Menschen, die ihre Umwelt bewusst wahrnehmen. Ebenso wenigen ist bewusst, dass die Gestaltung des Lebensraumes wesentlich zum eigenen Wohlbefinden beiträgt und darüber hinaus ein zentraler Bestandteil der jeweiligen kulturellen Identität ist.

„Daher will das Erkennen von Architektur gelernt sein!“, fasst die Geschäftsführerin der Architekturstiftung Österreich, Dr. Barbara Feller, zusammen. „Wir wollen junge Menschen auf ihre Verantwortung gegenüber der gestalteten Umwelt vorbereiten und zeigen, dass Raum Wirkung hat.“

RaumGestalten ist ein Wettbewerb, bei dem Team aus den Bereichen Architektur und Pädagogik Projektkonzepte einreichen. Eine Jury aus ExpertInnen der beiden Bereiche sucht dann jene Projekte aus, deren Umsetzung finanziell und organisatorisch unterstützt wird. „Über diesen Weg machen wir sie sehfähig, sprachfähig und damit entscheidungsfähig und befähigen sie zu einer mündigen Teilhabe an der Gesellschaft.“

Architektur- /Baukulturvermittlung bedeutet nicht kritiklose Übernahme von normierten ästhetischen Konzepten, sondern die Vermittlung der Fähigkeit, Architektur in ihrer Vielfalt wahrnehmen zu können. Daher steht auch kein Unterricht in Architektur, nicht das Ausbilden von ‚kleinen ArchitektInnen’ im Vordergrund, sondern primär das Wecken von Raumverständnis und das Aufzeigen der Gestaltbarkeit (und damit Beeinflussbarkeit) von gebauter Umwelt.

In Begleitung von Fachleuten aus den Bereichen Architektur, Landschaftsplanung, Ingenieurwesen und Raumplanung erhalten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit sich ein Semester lang intensiv mit unterschiedlichen Fragestellungen aus dem weiten Themenfeld „Baukultur“ auseinanderzusetzen. Die inhaltliche und methodische Spannweite ist reicht von eher emotionalen Zugängen, dem sinnlichen Erleben und Wahrnehmen von Raum in spielerischer Form, über das Erstellen von Skizzen und dem Bauen von Modellen bis zum lustvollen Experimentieren und zum Kennen lernen unterschiedlicher Architekturformen und Gestaltungselementen. In Teams entwickeln die Schülerinnen und Schüler Projektkonzepte, die von einer Jury prämierte werden.

Seit 1998 waren knapp 7000 Schülerinnen und Schüler am Projekt RaumGestalten beteiligt und resümieren für sich: „Architektur ist nicht so simpel, sondern birgt eine unendliche Vielfalt in sich.“ „Architektur ist mehr als Häuser zu bauen. Architektur geht uns alle an.“ „Es war toll, mit der Architektin durch die Stadt zu gehen und Dinge zu sehen, die mir bisher nicht aufgefallen sind.“

www.architekturstiftung.at

Menschen. Rechte. Bildung.

Wir bilden Zivilgesellschaft

„Wir müssen die Menschenrechte kennen, um sie einfordern zu können. Und wir benötigen Handlungskompetenz, um sie umsetzen zu können“, sind Ingrid und Christian Reder überzeugt und unterstützen – nebst vielen anderen Projekten im Kontext Menschenrechte, Demokratie und Soziales – die Amnesty Academy von Amnesty International. Um gegen Rassismus, Diskriminierung oder andere schwere Menschenrechtsverletzungen vorgehen zu können, müssen die Menschenrechte und der Umgang mit ihnen erlernt werden.

Als Bildungseinrichtung von Amnesty International Österreich bietet die Amnesty Academy kompakte Veranstaltungen zu menschenrechtlich und politisch aktuellen Themen. Dabei wird Wissen mit Aktivismus verknüpft. Praxisorientiert, unabhängig und mit der Erfahrung internationaler ExpertInnen.

Menschen aller Altersgruppen, verschiedener kultureller, sozialer und beruflicher Hintergründe nehmen an den Veranstaltungen der Amnesty Academy Teil und bringen ihre Erfahrungen ein. Gemeinsam ist allen das Interesse an Menschenrechtsthemen und an Möglichkeiten, etwas zu bewegen.

Die Amnesty Academy bietet Menschenrechtsbildung in Theorie und Praxis in drei Bereichen: Menschenrechtswissen - Alle, die mehr über die Menschenrechte erfahren wollen, eignen sich Grundlagenwissen an und lernen verschiedene Aspekte und Ansätze zu Menschenrechten kennen.
Fähigkeiten stärken - Jene, die sich für Menschenrechte stark machen, erweitern ihre Handlungskompetenz und festigen ihre Fähigkeiten für ein aktives Engagement für Menschenrechte.
Türen öffnen – Und alle, die in Menschenrechtsfragen über den Tellerrand blicken, gewinnen einen Einblick in die Arbeit anderer Organisationen und Institute, die die Menschenrechtsbewegung in Österreich wie auch auf internationaler Ebene prägen.

www.rd-foundation-vienna.org

Wo der Hahn kräht…

... wurde eine Vision wahr

Grundsätzlich kann man von einem Geschlechtsverhältnis von 50:50 ausgehen – plakativ gesprochen hat also jede Legehenne einen toten Bruder.

Für die Produktion von Eiern sind die männlichen Küken von expliziten Legehennen ein Wegwerfprodukt, da sie weder Eier legen, noch für die Fleischmast schnell genug wachsen. Sie werden direkt nach dem Schlüpfen in den Brütereien getötet, sowohl in der konventionellen als auch in der biologischen Eierproduktion. Der Grund dafür liegt in der Spezialisierung der Geflügelzucht auf Mast- oder Legelinien seit etwa Mitte des 20. Jahrhunderts. Wird die Genetik eines Huhns zugunsten von gesteigertem Fleischzuwachs verändert, so sinkt im Zuge dessen seine Legeleistung; ist es zum Legen bestimmt, taugt es nicht als Brathuhn: Die Zuchtziele „Fleischzuwachs“ und „gesteigerte Legeleistung pro Jahr“ sind gegensätzlich korreliert.

Bereits seit 2005 gab es seitens „Ja! Natürlich Rewe“, Vorversuche und seit Mitte 2012 wurde gemeinsam mir VIER PFOTEN nach einer Lösung für das Schicksal der männlichen Küken in der Eierproduktion gesucht.

In verschiedenen Projektphasen wurden unterschiedliche Ansätze getestet, wie es ökonomisch Sinn machen kann, männliche Tiere aus Legelinien am Leben zu erhalten, beispielsweise mit einer gezielten Mast oder der Verwendung von Zweinutzungshühnern, einer Züchtung, die mit Abstrichen sowohl zur Erzeugung von Konsumeiern, als auch zur Mast geeignet ist. Alternative Haltungssysteme, etwa die Haltung der Hähne in Freilandhaltung und mobilen Ställen im Energiewald (produziert Holz zur Erzeugung von Hackschnitzel), sollte die Entwicklung der Tiere zusätzlich unterstützen.

Das Anliegen von „Ja! Natürlich“ und den VIER PFOTEN wurde in der Öffentlichkeit rasch bekannt. Radio, Printmedien und das Fernsehen berichteten 2013 über Versuche und Fortschritte. Die Küken weckten schnell die Aufmerksamkeit der KonsumentInnen und aufgrund der guten Akzeptanz konnte das Projekt weiterentwickelt werden.

Im Mai 2015 verkündeten schließlich Branchenvertreter, dass künftig in einer breit angelegten, freiwilligen Vereinbarung von Bio-Dachverband, Brütereien und Vertretern aus dem Lebensmitteleinzelhandel die männlichen Bio-Küken der Legehybrid-Hennen österreichweit gemästet werden sollen.

Die Umsetzung dieser flächendeckenden Lösung startete mit dem Aufbau von Bio-Elterntierherden im Mai 2015. Bereits im Dezember 2015 schlüpften die ersten männlichen Küken von Legehybrid-Hennen, die nicht mehr „entsorgt“ wurden, sondern in artgerechter Haltung gemästet wurden.

„Wir wollen mit unserer Kooperation stetig bessere Lebensbedingungen für die Tiere erreichen und gemeinsam nach Lösungen suchen“, erinnern sich „Ja! Natürlich“ und VIER PFOTEN. „Nur ein ganzheitlicher Ansatz kann dabei Wege in eine Zukunft mit Naturnähe weisen. Das Projekt hat Modellcharakter und zeigt, dass gerade in Zeiten einer extremen Spezialisierung in der Herstellung tierischer Produkte ein positiver Schritt zurück möglich und realisierbar ist."

Die vollständige Umsetzung der freiwilligen Vereinbarung wird von der Branche mit Mitte 2017 anberaumt. Dann werden 100 Prozent einer Vision von einer ethischen und ökonomisch sinnvollen Nutztierhaltung – zumindest einmal in einem kleinen Bereich – realisiert sein.

http://www.vier-pfoten.at/

Backe, backe Kuchen!

Lehrlingsausbildung in Rumänien

Rumänien zählt nach wie vor zu jenen Ländern, in denen die Jugendarbeitslosigkeit sehr hoch ist. Rund 21,2% der Jugendlichen befindet sich weder in Ausbildung noch im Beruf. Sozial-/Waisen, SchulabbrecherInnen und Jugendliche mit psychischen Beeinträchtigungen wie Gewalterfahrung, Verlust der Eltern oder Armut haben aufgrund ihrer biographischen und/oder psychologischen Ausgangslagen wenig Chance, im rumänischen Bildungssystem aufgenommen zu werden bzw. ihre Lehre erfolgreich abzuschließen. Am Arbeitsmarkt können sie sich nicht behaupten.

Ein duales Ausbildungssystem, wie es in Österreich und Deutschland zielführend umgesetzt wird, ist in Rumänien bislang noch nicht strukturell verankert. CONCORDIA hat 2010 begonnen, diesen sozial benachteiligten Jugendlichen eine praxisorientierte Berufsausbildung in fünf Fachbereichen anzubieten.

Sie werden Bäckerin, Koch, Kellner, Tischlerin oder eine landwirtschaftliche Fachkraft. Neben theoretischer Fachkenntnisse steht der Praxisunterricht im Mittelpunkt der Ausbildungen, die die Jugendlichen innerhalb von 1-2 Jahren abhängig vom jeweiligen Berufszweig absolvieren können. In Kooperation mit dem Wirtschaftskolleg „V. Madgearu“ wird nun eine integrative 3-jährige Ausbildung zum/zur Bäcker/in angeboten, wobei die Hälfte der Schüler/innen von CONCORDIA gestellt und die andere Hälfte von der öffentlichen Schule zugeteilt wird. So bleibt das Sozialprojekt nicht isoliert im System und die SchülerInnen integrieren sich im gros der Lehrlinge.

Die CONCORDIA Berufsschule zeichnet sich insbesondere durch ihren ganzheitlichen Zugang zur Berufsausbildung aus, welche nicht nur die Berufsausbildung per se, sondern auch notwendige Begleitmaßnahmen vorsieht. In den angrenzenden StudentInnenwohnhäusern Casa Abraham und Casa Uniqua werden die Lehrlinge sozialpädagogisch begleitet und im Rahmen des Jobcoach- und Fallmanagement-Programms auf den Arbeitsmarkt vorbereitet, um ihren Weg in ein selbstbestimmtes Leben bestmöglich zu unterstützen.

Die Mehrheit der Lehrlinge schließt die Berufsausbildung erfolgreich ab.

http://www.concordia.or.at/

YoungMum

Teenager werden Eltern

„In den vergangenen Jahren ist der Bedarf nach Hilfe und Begleitung in dieser schwierigen Situation ungebrochen stark geblieben. Allein in Wien zählten wir 2014 knapp 500 schwangere Teenager“, erklärt die Hebamme Uschi Reim-Hofer, Gründerin und Leiterin von YoungMum. Seit 2003 bietet das Team von YoungMum Jugendlichen unter 20 Jahre medizinische, psychosoziale, rechtliche und pflegerische Betreuung während der gesamten Schwangerschaft, bei der Geburt und bis zum ersten Geburtstag des Babys. Prim. Dr. Albert Mayer, Vorstand der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus Göttlicher Heiland, ergänzt: „2015 fanden mehr als 100 schwangere Jugendliche Hilfe und Unterstützung bei YoungMum. Im Vorjahr erblickte bei uns bereits das 1.800. YoungMum-Baby das Licht der Welt.“

Hebammen, Gynäkologinnen und Gynäkologen, eine praktische Ärztin, eine Psychologin sowie ein Sozial- und Rechtsberater und eine Ernährungsberaterin unterstützen die jungen Frauen unentgeltlich. Die Jugendlichen haben hier eine in dieser Form österreichweit einzigartige Anlaufstelle und werden kompetent, persönlich und umfassend beraten.

Hebamme Uschi Reim-Hofer: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass durch unsere ganzheitliche, kontinuierliche und individuelle Betreuung die jungen Mütter und Väter sowie ihre Angehörigen sich bei Schwierigkeiten im Alltag rascher Hilfe holen. Sie sind sicherer im Umgang mit ihren Säuglingen. Sie stehen bestehenden Angeboten diverser Gesundheitseinrichtungen und anderer Anlaufstellen offener gegenüber, da sie die erworbenen Kenntnisse gut in die Praxis integrieren können. Durch unsere bindungsfördernden Unterstützungsangebote geben wir den jungen Eltern Orientierung und die Möglichkeit Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Dieser für uns Hebammen und Ärzte so wichtige Beitrag zur Gesundheitsförderung darf nicht unterschätzt werden, da er nachhaltig ist und auf die Zukunft der Eltern und des Säuglings einen großen Einfluss hat.“

Sarina, ehemalige YoungMum, denkt zurück: „Ich war schwanger und musste mich nicht dafür schämen. Gefestigt wurde mein Selbstbewusstsein bei YoungMum. Das war wichtig. Ich bin nicht weniger wert, nur weil ich jung und schwanger bin. Als schwangere Jugendliche wird man im Alltag immer wieder schief angeschaut, fast so, als hätte man etwas verbrochen.“

„Das Team von YoungMum hat mir viele Tipps gegeben, worum ich mich schon vor der Geburt kümmern soll“, erinnert sich Sandra, eine andere ehemalige YoungMum. „Das hat mir die Behördenwege sehr erleichtert. Und ich habe den Schwangerschaftskurs im Haus Lena besucht. Dabei hat uns die Leiterin die Angst davor genommen, was nun kommen wird. Bei YoungMum gibt es auch gebrauchte Kinderbetten, Babywäsche und viele andere Sachen. Egal, welche Probleme ich hatte, ich habe alles fragen können und immer eine Antwort erhalten.“

Durch die begleitende Öffentlichkeitsarbeit zu YoungMum wurde die Problematik von Jugendschwangerschaften einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Mit sexualpädagogischen Workshops für angemeldete Schulklassen bietet YoungMum Schulführungen durch die geburtshilfliche Station an. Vorträge von Hebammen und Gynäkologen zu jugendrelevantem Gesundheitsverhalten, Sexualität und Schwangerschaft runden das präventive Angebot zur Bewusstseinsbildung ab.

Die Einrichtung wurde mit dem Gesundheitspreis der Stadt Wien ausgezeichnet. Die Gründerin Dipl.-Hebamme Uschi Reim-Hofer wurde 2013 mit dem Leopold Kunschak-Anerkennungspreis ausgezeichnet.

 http://www.khgh.at/leistungsangebot/geburtshilfe/youngmum-begleitung-fuer-schwangere-teenager/

Willkommen in Österreich!

– weil jeder Mensch zählt

Unzählige Menschen müssen aus ihrer Heimat fliehen und suchen Schutz und Sicherheit in Österreich. Vielfach schlägt den Schutzsuchenden große Skepsis entgegen. Doch die Erfahrung hat gezeigt, dass klare und umfassende Informationen, z.B. über die Zahl der in Österreich bereits aufgenommenen Flüchtlinge, über die Höhe des Taschengelds oder den Verlauf des Asylverfahrens zu einer wesentlich größeren Bereitschaft führen, Flüchtlinge willkommen zu heißen und aufzunehmen. „Willkommen in Österreich – weil jeder Mensch zählt“ setzt auf Aufklärung und fördert lokale Initiativen. Als Unternehmensstiftung hat die ERSTE Stiftung über die rund 17.000 MitarbeiterInnen von Erste Group und Sparkassen in ganz Österreich einen enormen Hebel, um in die Gesellschaft hinein zu wirken. Zugleich wird die Identifikation der MitarbeiterInnen mit ihrem Arbeitgeber und dessen Hauptaktionär – einer gemeinnützig tätigen Stiftung – gestärkt.

Die ERSTE Stiftung hat einen Flüchtlingsfonds eingerichtet, der mit EUR 500.000 dotiert ist. Ein Infokartenset in zwei Auflagen von 20.000 und 15.000 Stück liefert die wichtigsten Infos zu Flucht und Asylverfahren. In fast allen Bundesländern wurden mit dem Projektpartner Caritas Infoveranstaltungen für die MitarbeiterInnen organisiert. Die Caritas wickelt administrativ die Auszahlungen der Förderungen an die Antragssteller ab. Eine Jury, in der die Stiftung, der Sparkassenverband und Experten der Caritas vertreten sind, entscheidet über die Einreichungen.   

Der Flüchtlingsfonds der ERSTE Stiftung fördert selbstinitiierte Projekte von MitarbeiterInnen der Erste Group in Österreich und der österreichischen Sparkassen. Die Mittel sollen lokalen Projekten zu Gute kommen, die das Ziel verfolgen, die Aufnahme und Inklusion von Flüchtlingen zu verbessern, um damit zu einem Klima der Akzeptanz in der Gemeinde beizutragen. Die Förderung kann pro Projekt zwischen EUR 100 und EUR 3.500 für Sachkostenunterstützung betragen, Personalkosten werden nicht gefördert, die Projekte sollen ehrenamtlich organisiert werden.

Willkommenspakete, Mitgliedschaften in Sportclubs, Deutschkurse, Freizeitaktivitäten… die unterstützten Initiativen entfalten bereits ihre Wirkung im lokalen Bereich. Die rege Nachfrage nach Förderungen und das Feedback im Blog der Website sind so hoch, dass bereits nach Ablauf eines Viertels der Projektlaufzeit ein Viertel an Fördermitteln aus dem Fonds abgerufen waren. Die Infokarten mussten ob ihrer begeisterten Aufnahme bei allen in der Flüchtlingshilfe Aktiven in einer zweiten Auflage nachgedruckt werden.

Robin Gosejohann, Projektmanager ERSTE Stiftung: „Der Flüchtlingsfonds stiftet zum Helfen an, genau dort wo es im jeweils eigenen Umfeld nötig ist. Kolleginnen und Kollegen von Bank und Sparkassen zeigen mit den Projekten, wie sehr ihnen das Wohl ihrer Mitmenschen am Herzen liegt und wie gut Gutes tut, allen. Im Kleinen das, was die Stiftung seit langem als Hauptaktionär ihres Unternehmens macht.“

 www.weil-jeder-mensch-zaehlt.at; www.erstestiftung.at

Die „vierte Kraft“

Balkan Fellowship for Journalistic Excellence

In den Ländern am Balkan hat Qualitätsjournalismus einen besonders schweren Stand. Geld und Zeit für ausführliche Rechercheprojekte sind fast nie vorhanden. Journalistenausbildung gibt es kaum. Viele Medien verfolgen die Interessen ihrer privaten oder staatlichen Eigentümer. Starke Demokratien brauchen aber informierte BürgerInnen, die ihre Wahlentscheidungen und zivilgesellschaftlichen Initiativen auf objektive, ausgewogene Berichterstattung in den Medien stützen können.

Das Stipendienprogramm leistet einen nachhaltigen Beitrag zu informierten Bürgergesellschaften und vielfach von Korruption geplagten Demokratien am Balkan zur Stärkung der „vierten Kraft“. Jährlich erhalten erfahrene JournalistInnen aus den Ländern Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Rumänien und Serbien ein Stipendium. Inzwischen haben in zehn Jahren 100 StipendiatInnen am Programm teilgenommen.  

Jedes Jahr erhalten zehn ausgewählte JournalistInnen aus den Ländern des Balkan ein Stipendium in Höhe von EUR 2.000 sowie weitere EUR 2.000 auf Nachweis für Reise- und Recherchekosten. Sie werden durch BIRN redaktionell betreut und nehmen an Workshops zur Fortbildung teil. Ihre Artikel werden europaweit veröffentlicht, darunter im Standard, der NZZ, dem Independent, dem Guardian, Der Süddeutschen Zeitung, Le Monde etc. Die drei besten Artikel werden zusätzlich mit einem Preisgeld in der Höhe von EUR 4.000, EUR 3.000 bzw. EUR 1.000 ausgezeichnet. 

Die ERSTE Stiftung teilt sich mit den Open Society Foundations die Projektkosten von jährlich EUR 200.000, die nicht nur die Stipendien und Preise abdecken, sondern auch die Kosten für Auftakt- und Schlussseminare in Wien und einer Stadt in der Region (2015 z.B. Tirana) und die Projektbetreuung beim Partner BIRN. Die ERSTE Stiftung hat das Projekt 2006 gemeinsam mit BIRN und der Robert Bosch Stiftung konzipiert. Sie gestaltet auch das Auftaktseminar in Wien, das u.a. Redaktionsbesuche (Der Standard) und Vorträge enthält. Weitere Stakeholder sind die Jurymitglieder (erfahrene JournalistInnen und VertreterInnen von Medieninstituten) und die Medienpartner Der Standard, Süddeutsche Zeitung und Neue Zürcher Zeitung, die die besten Artikel veröffentlichen.

Das Projekt wirkt auf mehreren Ebenen. Zum einen erzielen die veröffentlichten Artikel eine öffentliche Wirkung, wenn sie wichtige Themen behandeln, also z.B. Korruption und Skandale aufdecken. Es gab mehrere Fälle, bei denen Artikel des Balkan Fellowships zu unmittelbaren Reaktionen in Politik und/oder Gesellschaft geführt haben. Ein weiterer Effekt ist, dass das Niveau der Berichterstattung in den entsprechenden Ländern gehoben wird. Bezahlter Qualitätsjournalismus hat es im Umfeld von Social Media und TV Kanälen mit vorwiegend werblichen Inhalten immer schwerer. Und schließlich hat die Teilnahme bei den meisten StipendiatInnen zu einem erheblichen Schub in der persönlichen und beruflichen Entwicklung geführt.    

Robin Gosejohann, Projektmanager der ERSTE Stiftung: „Für JournalistInnen ist das Balkan Fellowship eine beständige, attraktive Größe, weil es einen hohen Grad an freier Recherche mit intensiver redaktioneller Betreuung und einer kollegialen, guten Atmosphäre verbindet – und das seit zehn Jahren. Eine Teilnahme macht die schon immer erwünschte eigene Geschichte möglich, mit Reisen, Veröffentlichungen und Wertschätzung für Qualitätsjournalismus.“

www.erstestiftung.org

Weil jeder Augenblick zählt!

Hospizarbeit

Lebensqualität am Beginn und am Ende des Lebens zu ermöglichen, das ist das Ziel der CS Caritas Socialis Privatstiftung. Alle Zuwendungen an die Stiftung ermöglichen den Aufbau oder den laufenden Betrieb von CS Caritas Socialis Einrichtungen und die Förderung innovativer Projekte.

Familien in Not
Die CS Sozialberatung unterstützt Familien in Not mit Beratung und Sachspenden. Das CS Haus für Mutter und Kind bietet 16 Müttern mit bis zu je 3 Kindern, die aus physischer und/oder psychischer Gewalt fliehen, Übergangswohnmöglichkeiten und Schutz. Es wird sowohl Akuthilfe gewährt als auch strukturelle Hilfe geboten.

Demenz ist ein Thema, von dem viele Familien betroffen sind.
Mit spezialisierten Angeboten für Menschen mit Demenz und Unterstützungsangeboten für Angehörige schafft die CS Lebensqualität. Die CS Privatstiftung fördert seit 2014 ein Demenzprojekt mit dem Ziel der Inklusion von betroffenen Menschen in die Gesellschaft. Es umfasst Qualifizierungs- und Vernetzungsmaßnahmen, richtet sich an Geschäfte, Apotheken, Schulen und andere Betreuungsorganisationen. Gemeinsam haben wir ein ‚Demenzgottesdienst‘ gefeiert, ein inzwischen prämiertes ‚Pixi-Buch‘ entwickelt, das Kindern – kindgerecht - die Demenz erklärt.

Palliativmedizin
Die Palliativmedizin versucht die belastenden Begleitsymptome der schweren und lebensverkürzenden Erkrankungen wie Schmerzen und Übelkeit zu kontrollieren und den Menschen in den letzten Lebenstagen und –wochen ein Leben in Würde und Geborgenheit zu ermöglichen.

Ein Angehöriger beschrieb die Pflegequalität von cs kürzlich wie folgt (verkürzt): „Meine Schwiegermutter hat die letzten Monate ihres Lebens im als Komapatientin cs-Heim verbracht - von der Medizin nach etlichen Spitalsaufenthalten aufgegeben. Nie wieder würde sie eine Lebensregung zeigen, nie wieder aufwachen, waren die Neurologen einig. Monatelang war das auch so. In dieser Zeit kümmerte sich das Hospizpersonal liebevoll um sie, sprach mit ihr und ließ sie so weit wie möglich am Stationsleben teilnehmen. Letztlich schlug die Patientin noch einmal die Augen auf und konnte so von der Tochter und der Enkeltochter Abschied nehmen. Ein Beispiel für Altenbetreuung wie sie sonst in unserer Gesellschaft längst abhandengekommen ist!“

Trauerarbeit
Der Rote Anker umfasst ein Schulprojekt, in dem Kinder und Jugendliche  an das Thema Tod /Sterben/Abschied herangeführt werden. Kinder und Jugendliche, die mit dem Tod eines geliebten Menschen konfrontiert sind, werden auch über den Tod des Angehörigen hinaus psychotherapeutisch begleitet.

http://www.cs.or.at/

Max & Lara gehen in die Oper

Dabei sein heilt.

Krankheit und Armut bedeuten materielle Entbehrungen und Ausschluss von notwendigen Therapien. Was für die Betroffenen oft schwerer wiegt als der Mangel an Geld für Wohnung, Kleidung, Mobilität und die Behandlung ihrer Leiden ist der Mangel an gesellschaftlicher Teilhabe. Der Mensch lebt eben nicht vom Brot allein.

Unter dem Titel „Max & Lara gehen in die Oper“ und versucht die Initiative NEIN ZU KRANK UND ARM Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren für kulturelle und sportliche Ereignisse zu begeistern, indem sie über Kultur- und Freizeitpaten Kindern aus armutsbetroffenen Familien im Wiener Raum soziale Integration über den Besuch von Kultur- und Sporteinrichtungen und Events ermöglicht.

Klingt steif und trocken, macht aber jede Menge Spaß, wenn die Direktoren der Staats- und Volksoper, Dominique und Robert Meyer den Kindern die Welt hinter den Kulissen ihrer Häuser zeigen und sie zu Aufführungen von „Schwanensee“ und  „Hänsel und Gretel“ einladen. Oder wenn Hans Schmid seine kleinen Gäste persönlich zu einem Eishockey Heimspiel der Vienna Capitals mitnimmt. Oder Johanna und Karl Kolarik mit „Max & Lara“ im Prater Achterbahn fahren.

Durch den persönlichen Bezug geben die Kultur- bzw. Freizeitpaten ihre Begeisterung für die Oper, Sport, Volkskultur,… an ihre Patenkinder weiter. Gemeinsame Erlebnisse  bei Kultur und Sport erweitern den Erfahrungshorizont ebenso wie die Allgemeinbildung und stärken die junge Persönlichkeit; sie helfen Max & Lara beim Wachsen.

Wie werden die Angebote von den betroffenen Familien angenommen? „Anfangs bedarf es immer großer Überzeugungsarbeit, Einladung zu den Events anzunehmen. Nach der ersten Erfahrung ist jede weitere Einladung nur noch eine Frage der Termin- und Interessenskompatibilität“, fühlen sich die Initiatoren bestätigt.

http://www.neinzukrankundarm.at/

Wirklich was bewegen

Mädchen gestalten Zukunft

Mädchen und junge Frauen haben viele Fähigkeiten, Wünsche und Ziele, die sie vielfach nicht ausleben können, weil sie nicht in die gesellschaftlichen Rollenbilder passen. Studien belegen, dass junge Frauen nach wie vor mit eingegrenzten Berufwahlperspektiven und Karrieremöglichkeiten konfrontiert sind und sich im Alltag mit Schönheitsnormen, Sexismus und Gewalterfahrungen auseinander setzen müssen. Inklusive und intersektionelle Aspekte, die wesentliche Auswirkungen auf die Lebenswelten von Mädchen und junge Frauen haben, sind oft außeracht gelassen. Soziale Räume, in denen Mädchen und junge Frauen ihr Potenzial entfalten können, werden viel zu wenig angeboten.

Die gemeinnützigen Hil-Foundation finanziert Projekte zum Empowerment von Mädchen. Letztes Jahr haben 30 österreichische Organisationen innovative mädchenspezifische Projektideen bei der Hil-Foundation eingebracht. Der Mädchenbeirat  - Mädchen und junge Frauen zwischen 14 und 25 Jahren – entscheidet über die Förderung der fünf besten Einreichungen.

Unter Anleitung von Trainerinnen setzen sich die  Teilnehmerinnen mit Mädchen- und Frauenrechten auseinander, haben Zeit für Reflexion und Selbsterfahrung. Sie erstellen gemeinsam die  Kriterien für die Auswahl und wählen in einem Entscheidungsfindungsprozess  die Gewinnerinnen aus. Denn wer könnte besser darüber entscheiden, welche Projekte für Mädchen und junge Frauen unterstützt werden sollen als die Mädchen und jungen Frauen selbst!

Das Setting trägt dazu bei, dass die Mädchen die Chance nutzen, sich und ihre Meinungen einzubringen. Sie sind gefordert ihre Ansichten und Meinungen zu vertreten und entsprechend zu argumentieren. Die aktive Teilhabe und Entscheidungsmöglichkeit stärkt das Selbstwertgefühl der Mädchen und jungen Frauen.  Sie nehmen ihre Entfaltungsmöglichkeiten  wahr und zeigen, was in ihnen steckt.  Trotz aller Verschiedenheiten verbindet sie das gemeinsame Ziel. Das bringt nicht nur die Mädchen weiter, es stärkt die ganze Gesellschaft.

Statements:
„Eigentlich ist mir erst jetzt die Benachteiligung von Frauen in ganzem Ausmaß bewusst geworden.“
„Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, sich für Rechte einzusetzen.“

„Mitreden, mitentscheiden“

http://www.hil-foundation.org/

Zero Project

Innovation für Inklusion

Menschen mit Behinderungen, immerhin rund 15 Prozent der Weltbevölkerung und demographisch bedingt stark steigend, bleiben weltweit viele Menschenrechte versagt, obwohl die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen seit 2007 von mehr als 160 Staaten ratifiziert wurde. Der Bedarf an Knowhow, wie die UN-Konvention am besten im täglichen Leben umgesetzt werden kann, ist enorm.  Zero Project sucht die besten Ansätze und teilt sie mit allen, die an der Inklusion von Menschen mit Behinderungen mitarbeiten.

„Die Zero Project Conference, die jährlich in der Wiener UNO-City stattfindet, ist mit 500 TeilnehmerInnen aus 70 Staaten zu einer der weltführenden Konferenzen für die Anliegen und Rechte von Menschen mit Behinderungen geworden!“, freut sich der Direktor Michael Fembek.

Das Zero Project recherchiert als wissenschaftliches Projekt die interessantesten Role-Models für die Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung weltweit und verhilft ihren VertreterInnen über Publikationen, Website und Social Media und vor allem durch die Organisation der weltweit beachteten Zero Project Conference zu internationaler Beachtung und Vernetzung.

Jedes Jahr legt das Team des Zero Projects den Schwerpunkt der Forschung auf ein anderes Thema der Konvention – Bildung, Zugang zum Arbeitsmarkt, Selbstbestimmung… - erstellt einen Report und organisiert dazu eine Konferenz, im Rahmen derer die Ergebnisse präsentiert und prämiert werden.

UN-Organisation wie das UN-Generalsekretariat in New York, UNICEF, ILO, UNESCO, UNDP, der Menschenrechtsrat in Genf, das Europäische Parlament und die Europäische Kommission, viele Regierungsbehörden, führende Beamte und NGOs nutzen die Konferenz als Kontakt- und Ideen-Pool. So wurden 2015 mit Hilfe einer EU-Förderung neun inklusive Konferenzen in allen Bundesländern und insgesamt 1.700 TeilnehmerInnen organisiert. Die KonferenzteilnehmerInnen, vor allem die VertreterInnen der Innovative Practices und Innovative Policies berichten durchwegs, dass ihnen die Beteiligung an der Konferenz mehr Beachtung und Anerkennung im eigenen Land und international einbringen.

http://zeroproject.org/home/essl-foundation/

Tu was, ...

... dann tut sich was!

Die Sinnstifter setzen regionale Impulse zum Miteinander und Füreinander in Regionen, wo wenig soziale Interaktion zu herrschen scheint. Wie die ersten Erfahrungen schnell zeigten, bedarf es oft wirklich nur eines Anstoßes, und schon formieren sich Teams - zB. in der Region Mostviertel-Mitte – und produzieren eine Vielzahl von Ideen und Projekten für eine offene, tolerante und gerechte Gesellschaft.

Was bewegt die Menschen im Mostviertel? Welche Idee, welches Anliegen steckt hinter Projekten mit Namen wie „Blickwechsel“, „Lebenserfahrung“ oder „tu-was-besonderes.at“? Einen ganzen Tag hörte, verfolgte und diskutierte eine fachlich bunt zusammengesetzte 9-köpfige Jury – bestehend aus VertreterInnen der Sinnstifter, der Wissenschaft sowie bekannte Persönlichkeiten aus der Region - die Vorschläge der BewohnerInnen. Am Ende des Tages wählte sie 19 Projekte aus, die die Sinnstifter unterstützen würden.

Auch diesmal befasste sich das Gros der eingereichten Projekte mit Fragen zu Solidarität, Gemeinschaft und einem guten Zusammenleben: Ein großes Anliegen der Menschen in der Region ist die Teilhabemöglichkeiten aller am gesellschaftlichen Leben, unabhängig von Alter oder Herkunft zu verbessern. Themen wie Regionalität, Natur und Bildung fanden ebenso Ausdruck. Keine Idee glich der anderen, und jede beeindruckte auf ihre Art.

„Die Initiative der Sinnstifter zeigt, wieviel Professionalität und Engagement in den Menschen steckt“, freut sich Katharina Turnauer über den Erfolg.

http://sinn-stifter.org/

PERSPEKTIVE:ARBEIT

ein Social Impact Bond

Jede fünfte Frau in Österreich ist von häuslicher Gewalt betroffen. 40 Prozent dieser Frauen haben keine abgeschlossene Schulbildung, eine Lehre abgebrochen oder lediglich einen Pflichtschulabschluss. Damit sind sie sozial und beruflich benachteiligt und gesellschaftlich wie finanziell von (ihren) Männern abhängig.

Es braucht also einen umfassenden Ansatz, um für diese Frauen eine dauerhafte strukturelle Veränderung herbeizuführen: Schutz vor Gewalt, Therapie, Ausbildung, einen existenzsichernden Arbeitsplatz, … und die finanziellen Mittel, um die Zusammenarbeit der unterschiedlich spezialisierten Institutionen zu ermöglichen. 

Wie funktioniert ein Social Impact Bond? „Ein SIB ist ein innovatives Finanzierungsinstrument, das es erlaubt, neue Projektansätze in der Sozialpolitik zu erproben“, erklärt Peter Scheuch von der Familie Scheuch Privatstiftung. „Mehrere Stiftungen finanzieren vor, die öffentliche Hand refundiert das eingesetzte Kapital plus Prämie dann, wenn das Projekt die vereinbarten Ziele erreicht hat. Erreicht das Projekt seine Ziele nicht zur Gänze, tragen wir die vollen Kosten.“

Wirtschaftsprüfer, Wissenschafter, die Stifter, die öffentliche Hand und die Öffentlichkeit verfolgen genau, wie die Partner das Vorhaben umsetzen. Schließlich müssen viele Faktoren beachtet werden, soll das Zusammenspeil des Gewaltschutzzentrums OÖ mit dem Frauenhaus Linz reibungslos laufen; sie müssen wiederum mit dem AMS gut abgestimmt sein, das mit dem Land OÖ kooperiert. Für den reibungslosen Ablauf von Kommunikation, Abstimmung und Austausch sorgt eine Projektleitung, die den Financiers berichtet und die Schnittstelle zu Universitätsinstituten und Wirtschaftsprüfern darstellt.

Innovativ, modellhaft und skalierbar. Das sind die Ansprüche, die an einen Social Impact Bond gestellt werden: Die gewonnenen Erkenntnisse müssen in ähnlichen Kooperationen und Projektsituationen angewendet werden können. Gelingt es, von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen in Oberösterreich – über alle erforderlichen Umwege – in den Arbeitsmarkt zu integrieren und ihnen damit ein wirtschaftlich unabhängiges und selbstbestimmtes Leben zu führen, wird das Konzept auch in Kärnten und Salzburg greifen.

(Financiers: ERSTE österreichische Spar-Casse Privatstiftung, Familie Scheuch Privatstiftung, HIL-Foundation, Schweighofer Privatstiftung Beteiligungsverwaltung GmbH. Juvat gemeinnützige Gesellschaft mbH)

Hab ein Herz!

Resozialisierung

Obwohl Staatsregierungen weltweit in den letzten Jahren immer wieder große Erfolge im Kampf gegen den Menschenhandel erzielt haben, fehlen vielen Staaten leider oft Mittel und Möglichkeiten, den Handel mit Kindern und Jugendlichen völlig zu unterbinden, die Gesellschaft ausreichend zu informieren und sensibilisieren oder Opfern Schutz zu bieten.

Mit dem „UN Voluntary Trust Fund for Victims of Human Trafficking“ können die Vereinten Nationen Einrichtungen und NGOs dabei unterstützen, geeignete Maßnahmen in der Öffentlichkeitsarbeit und der Arbeit mit Betroffenen umzusetzen. Als besonders herausfordernd stellt sich die Wiedereingliederung von Opfern heraus, die wegen ihres Schicksals stigmatisiert sind und von ihrer Gesellschaft oft abgelehnt werden. Sie brauchen medizinische und psychologische Betreuung, rechtliche Beratung, Schulbildung und Suchtbehandlung, bevor sie sich wieder in ein normales soziales Leben integrieren können. Diese Leistungen werden von lokalen Partnerorganisationen in Mittelamerika, Vietnam und Burundi erbracht, wo der Trust Fund gegenwärtig aktiv finanziert.

Die Auswahl der unterstützungswürdigen Organisationen erfolgt aufgrund eines gründlichen Screening-Prozesses durch ein Expertenteam der UNODC, dessen Ergebnisse in letzter Instanz vom Board of Trustees des Trust Fund, dem die ehemalige Außenministerin Dr. Benita Ferrero-Waldner vorsitzt, genehmigt werden müssen. Die weiteren Evaluierungen und das Reporting an die Finanzgeber wie die PeopleShare Foundation erfolgt ebenfalls seitens der UNODC. Sie prüft die Fortschritte der NGOs in der Umsetzung des jeweiligen Projektes und passt die Projektfinanzierungen je nach Performance der NGOs an; gegebenenfalls werden sie bei ungenügendem Erfolg eingestellt und auf erfolgversprechendere Projekte umgeleitet.

Bis Ende 2014 konnte durch die Tätigkeit des Trust Fund 2.000 Opfern mit den genannten Angeboten – wie der Verarbeitung traumatischer Erlebnisse – direkt bei der Resozialisierung geholfen werden. Mit Kampagnen zur Awareness Raising wurden hochgerechnet rund 120.000 Kinder und Jugendliche indirekt vor einer schrecklichen Erfahrung bewahrt.

„Die Kinder und Jugendlichen haben für uns unvorstellbare Situationen erlebt, von Gewalt über sexuelle Ausbeutung wie Zwangsprostitution, bis hin zur Zwangsarbeit. Durch unsere Partnerschaft mit der UN haben wir unsere Kräfte gebündelt und somit eine Möglichkeit geschaffen, gemeinsam noch mehr Kindern und Jugendlichen Hoffnung auf ein Überleben und eine bessere Zukunft bieten zu können.“

Barefoot Power

Energie für wenig Geld.

Ein Beispiel: 400 Millionen Menschen in Indien haben keinen Zugang zu Strom, da ihre Gemeinde an keinem Netz angeschlossen ist. Und es könnte noch eine Weile dauern, bis jeder Haushalt über Strom verfügt, denn die einkommensschwachen Familien können Anschluss, Verbrauch und Geräte für den Endverbrauch oft nicht finanzieren.

Es fehlt das Kapital und oft auch das Interesse, um in die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen zu investieren, die einkommensschwache Märkte in Indien, Südostasien, Afrika, … bedienen. Dabei  liegen Ideen und Konzepte zur alternativen und dezentralen Energieversorgung, um beim Beispiel zu bleiben, vor. Es braucht die entscheidende Anschubfinanzierung, um einem Start-up auf die Beine zu helfen. Wer billigen Strom anbieten kann, wird sich nicht nur als Unternehmer etablieren, sondern stößt auch einen entscheidenden sozialen und wirtschaftlichen Wandel in einer Region an.

Diese Überlegung funktioniert im Prinzip in allen Bereichen. Mit ihrer Tochtergesellschaft Ennovent Investment GmbH investiert die Familie Scheuch Privatstiftung in unternehmerische Innovationen in den Bereichen Gesundheit, Wasser, Landwirtschaft, Bildung und eben Energie in Indien. Die Renditeerwartung wird bei jeder Investition finanziell, sozial und ökologisch definiert.

Barefoot Power, eines der Portfoliounternehmen, ist zu einem globalen Unternehmen gewachsen. Seit seiner Gründung 2005 hat Barefoot Power über 800.000 Haushalte – das entspricht 4 Millionen Menschen – Zugang zu billiger und erneuerbarer Energie verholfen.

„Wir unterstützen Lösungsansätze an der Schnittstelle Unternehmertum, Innovation und Nachhaltigkeit und zeigen, dass Soziales, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen können. Unsere Tochtergesellschaft ist dafür das beste Vehikel, weil sie der Stiftung ermöglicht, nachhaltige und sinnorientierte Investitionen zu tätigen“, erklärt Peter Scheuch.

http://www.ennovent.com/

Ideegration

Wirksame Lösungen für eine gelingende Integration

„Sozialunternehmerische Initiativen im Integrationsbereich brauchen jetzt einen gesunden Nährboden damit sie bestehen bleiben und sich verbreiten. Dazu gehören professionelle Strukturen, passende Finanzierung sowie betriebswirtschaftliche und rechtliche Beratung“, sagt Georg Schön, Geschäftsführer von Ashoka Österreich. Diese Beratungsleistungen werden über ein großes Partnernetzwerk ermöglicht.

Als Hilfsorganisation hat das Rote Kreuz tagtäglich Kontakt mit Menschen in schwierigen Situationen. „Wir erkennen schnell ihre Bedürfnisse und stellen uns darauf ein“, sagt Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes. „Kombiniert man unsere Erfahrung mit neuen zivilgesellschaftlichen Initiativen, erhält man innovative und wirksame Angebote für jene Menschen, die unsere Hilfe brauchen.“

Als Service- und Technologieanbieter hat Accenture für „Ideegration“ die Onlineplattform implementiert, die die Profile der teilnehmenden Initiativen digital erfasst, darstellt und miteinander vernetzt. Weiters berät Accenture ausgewählte Initiativen mit pro bono Leistungen und Corporate Volunteering, um den Erfolg langfristig und nachhaltig zu sichern. „Wir unterstützen das Projekt, weil wir überzeugt sind, dass die Integration von Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern für Österreich eine große Chance ist“, sagt Wolfgang Deix, verantwortlich für Corporate Citizenship bei Accenture. „Für eine gelungene Integration braucht es neben Ideen vor allem auch Strukturen, um Chancengleichheit zu ermöglichen und die Entwicklung von Talenten, Skills und Potenzialen zu fördern.“

Die ersten Initiativen haben bereits ein Profil auf www.ideegration.at angelegt. Unter ihnen sind refugeeswork.at und the CONNECTION, die beide Lösungen anbieten, um Migranten und Flüchtlinge bei der Integration in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.

www.ideegration.at

Fremd, jung, … Lehrling

Unterstützung für unbegleitete junge Flüchtlinge

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – viele im Alter von 16, haben es nicht eben leicht. In einem Alter, in dem Ausbildung ein zentrales Thema ist, müssen sie erst Schritt für Schritt im österreichischen Bildungssystem Fuß fassen: die neue Sprache lernen, den Pflichtschulabschluss nachholen, sich in der neuen Umgebung zurechtfinden, Kontakte finden, Beziehungen aufbauen.lobby.16 unterstützt Minderjährige und junge erwachsene Flüchtlinge bis 21 Jahre, die ohne erwachsene Bezugspersonen in Österreich leben – ungeachtet ihres Aufenthaltsstatus (Asylwerber, subsidiär Schutzberechtigte und asylberechtigte Flüchtlinge).2009 waren es erst knapp mehr als 70, 2014 sind 206 junge Flüchtlinge mit unterschiedlichen bildungsbezogenen Anliegen bei uns vorstellig geworden. Der Bedarf an Bildungsunterstützung steigt angesichts der politischen Krisen seit Ende August 2015 weiter an: die Ansuchen um Unterstützung bei der Lehrstellensuche nehmen zu.Manche Jugendliche begleitet lobby.16 nur kurz; Teilnehmer des Lehrstellenprojektes „Bildungswege“ bis zum Abschluss der Lehre. 139 junge Flüchtlinge waren seit 2010 Teilnehmer an diesem Projekt. 119 von ihnen sind nach wie vor in der Lehre bzw. haben die ersten aus den Projektjahren 2010/2011 ihre Lehre schon erfolgreich abgeschlossen, die meisten wurden von den Unternehmen erfreulicherweise übernommen.

„Wir sehen mit Freude, wie die Jugendlichen nach und nach „flügge” werden, wie sie erwachsen, verantwortungsbewusst agieren und sich in ihrer Ausbildung wohl fühlen“, freuen sich die BetreuerInnen. Wie Dost Khugiani.
Dost kam als 14-jähriger Afghane 2011 nach Österreich. Damals lebte er erst im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen, später in Hirtenberg. Im Wohnheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge lernte Dost Deutsch. Der erste Schultag war für den jungen Afghanen sehr emotional, hatte er doch in Afghanistan nicht die Möglichkeit, die Schule zu besuchen. Im Juni 2014 schloss er die Pflichtschule ab.Die nächsten Schritte führten Dost zu lobby.16. In „Schnuppertagen” erhielt er Einblick in verschiedene Unternehmen. Ende August 2015 trat der junge Mann seine Lehre bei dem Baukonzern PORR AG an.Neben seiner Ausbildung widmet sich Dost der Schauspielerei. Die Josefstadtschauspielerin Hilde Dalik war 2012 im Zuge eines theaterpädagogischen Workshops im Wohnheim zu Besuch gewesen und hatte Dost den entscheidenden Impuls dazu gegeben. Heute gibt er den Romeo auf kleinen Bühnen, schreibt Stücke und referiert über das Schicksal minderjähriger Flüchtlinge anlässlich einer Buchpräsentation oder im Theater an der Josefstadt.

Seine berufliche Karriere verliert er dabei nicht aus dem Blick: erst die Abendmatura, dann ein Studium. „Ohne lobby.16 wäre ich nie so weit gekommen!“

http://www.lobby16.org/

Kunst und Kultur

regional

Der Titel irritiert; der Aktionsradius der Vorarlberger Impulse Privatstiftung reicht weit über den Sektor hinaus: Anthroposophie, Waldorf-Pädagogik, Wissenschaft, Aus- und Weiterbildung, Ökologie… die gemeinnützige Stiftung will „Personen, Initiativen und Einrichtungen fördern, die sich um erneuernde Zukunftsimpulse bemühen, welche ganzheitlich und nachhaltig in das kulturelle, wirtschaftliche und soziale Umfeld wirken“, heißt es in den Drucksorten.

Die geförderten Institutionen und Maßnahmen weisen aufgrund der breiten Definition des Stiftungszwecks wenig Gemeinsamkeiten auf – eine Schule, ein Landwirt, eine kleine Theatergruppe, - … Was sie eint, ist ihre Überzeugung, dass wir nicht Opfer der Zeit sind, sondern dass wir unser Zusammenleben und unsere Zukunft sinnvoll gestalten können.

Im Herbst berichten die Stifterin und ihr Mann, die ehrenamtlichen FunktionsträgerInnen und die Begünstigten aus ihren Projekten und feiern mit vielen Gästen das Gelingen ihrer Anstrengung mit einem Fest. VertreterInnen aus Kunst, Kultur, Bildung, Ökologie verstehen sich als Teil eines gemeinsamen Ganzen und setzen mit ihrem Fest soziale Impulse für die Region.

http://www.impulse-stiftung.com/

Möhspeis' vom Feinsten

in der Vollpension

Wer bäckt die besten Torten? Wer hat die Rezepte für Rhabarberkuchen, Zwetschkenröster und Apfelschlankel im Kopf? Wer kennt das optimale Mischungsverhältnis von Mandeln, Wal- und Haselnüssen für Vanillekipferl?
Die Oma.

Anstatt mit einer Mindestpension einsam in der Wohnung immer trauriger zu werden, bäckt sie in der Schauküche der Vollpension. Hier hat sie gleichaltrige Mit-Bäckerinnen und Freundinnen und den Anschluss an die Jugend gefunden, die ihre Köstlichkeiten an die Tische bringen, wo Studierende gemeinsam lernen, junge Mütter ihre Babies stillen, Unternehmer sich zum Business-Lunch treffen und alle miteinander lachen und essen, wenn der DJ oder die DJane Lounge, Jazz oder sonstwas auflegen.

Die „Vollpense“.
Das Souterrain-Lokal in der Wieden  ist mit rotem Plüschsofas, hölzernen Küchensesseln, schweren Fauteuils, Klavierhockern und Schemeln möbliert. An den Wänden hängen Fotos in Sepia, ein billiger Druck aus den 70er Jahren, ein angeschlagener Gartenzwerg steht neben einem etwas schiefen Regal; die Tischplatten sind mit Wachstischtüchern bezogen, auf ihnen stehen Medikamentationshilfen gefüllt mit bunten Fizzers. Die Schauküche dagegen spielt alle Stückerln moderner Gastro-Technologie, neu, glatt, sauber. Ein reichlich skurriles Durcheinander im harmonischen Miteinander.

Alt und neu, wackelig und fit, bunt und nüchtern, genauso bunt sind Belegschaft und Gäste in der Vollpension gemischt. Das „Generationen-Café“ Vollpension, einst ein Pop-Up der Hosenschneider Stitch, darf man heute als süßeste Sozial-Innovation Wiens bezeichnen.

Möglich gemacht haben das Projekt Unternehmer mit sozialem Anspruch, eine Stifterin, ein Business Angel, die alle mit Überzeugung und Leidenschaft ehrenamtliche Beiträge geleistet haben. Die Start-Finanzierung der Vollpension gilt nach der österreichischen Definition nicht als gemeinnützig und ist damit für die Geldgeber steuerlich nicht abzugsfähig. Innovationen wie diese werden in Zukunft an Zahl und Umfang zunehmen. Die Diskussion, ob und in welcher Form der Staat den Einsatz von privaten Kapital für sozial und gesellschaftlich wertvolle Leistungen honorierten will oder soll, wird noch zu führen sein.

http://www.vollpension.wien/

Lachen macht gesund

Charity-Lesung zugunsten kranker Kinder

Wenn Angelika Hager alias „Polly Adler“, Michael Hufnagl, Heidi List und Guido Tartarotti aus ihren Büchern und Kolumnen lesen und persönliche Gegenstände aus ihrem Fundus von Dieter Chmelar und Herrn Hermes zwischen den einzelnen Lesungen versteigert werden, bleibt kein Auge trocken. Im September 2015 lud die Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs Wohlfahrts-Privatstiftung zu einem humorvollen schrägen Leseabend, durch den Radio Wien Moderator Alex Jokel führte.

Der Samariterbund lud in Kooperation mit der Erste Bank zu einem Charity-Leseabend. Interessierte reservierten für 120 EUR ihren Platz, dafür wurden ein mehrgängiges Menü, feine Texte und schräge Objekte ‚serviert‘. Der Aufforderung „Box a smile“ folgend schossen die illustren Gäste nach dem erheiternden Programm witzige Schnappschüsse mit den Prominenten und legten noch einige Scheine in die Spendenbox.

Alle Beteiligten hatten auf ihre Gage verzichtet. Sämtliche Einnahmen aus der Veranstaltung kamen der Stiftung „Fürs Leben“ zugute, womit 36 kranken Kindern eine Therapie ermöglicht werden konnte.

http://www.samariterbund.net/

Business Angels

Soziale Innovationen erfolgreich und  unternehmerisch umsetzen erfordert mehr als ökonomisch rationales Denken. Das Ashoka Leadership Programm ist als berufsbegleitender Workshop konzipiert, der Führungskräfte aus der Wirtschaft, aus Wohlfahrtsorganisationen, Stiftungen und dem öffentlichen Sektor spezifisches Knowhow und Fertigkeiten vermittelt, die für ein sozial verantwortliches Wirtschaften unabdingbar sind.

Ashoka bringt aus seinem internationalen Netzwerk hochkarätige Vortragende ein, die außer Theorie jede Menge Praxiserfahrung mitbringen. Im Austausch mit den ReferentInnen und den TeilnehmerInnen wird nicht nur Wissen weitergegeben, in diesem Klima entstehen auch spontan neue Ansätze und Partnerschaften. So hat der letzte Workshop mit 22 Beteiligten die Idee zu einer Ashoka Global Academy hervorgebracht, in deren Rahmen die Skalierung des Wiener Leadership Programms mühelos möglich wird.

„Ich bin sehr stolz, dass die HIL-Foundation dieses einmalige und wirkungsvolle Programm mitgestalten konnte. Seine Entwicklung hat mir eine komplett neue und inspirierende Welt eröffnet“, ist die Stifterin und Kooperationspartnerin Susi Hillebrand begeistert.

www.hil-foundation.org

Hochbegabt und arbeitslos…?

Arbeit für Menschen mit Autismus

Sie verfügen oftmals über eine außergewöhnliche Konzentrations- und Merkfähigkeit, zeichnen sich durch logisch-analytisches Denken aus und arbeiten mit größter Genauigkeit, weil Fehler in ihrer Wahrnehmung inakzeptabel sind. Soziale Interaktion mit KollegInnen interessiert sie nicht und sie verfolgen keine Karriereabsichten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie jedes Unternehmen sie sich wünschen könnte, möchte man meinen. Trotzdem sind 80 Prozent der etwa 80.000 ÖsterreicherInnen im Autismus-Spektrum arbeitslos.

Die Essl Foundation hat das Geschäftsmodell des Dänen Thorkil Sonne 2011 nach Österreich geholt, das die Kompetenzen von Menschen mit Asperger-Syndrom und anderen Formen von Autismus gezielt fördert und am Arbeitsmarkt einsetzt. Damit ist vielen Unternehmen gedient, vor allem aber profitieren die Betroffenen, die mit einer geregelten Arbeit sozialer Isolation und Verarmung entgehen.

Die Leistung der Essl Foundation geht weit über die finanzielle Unterstützung von Specialisterne Austria hinaus. Die Stiftung vernetzt den Verein mit Institutionen der öffentlichen Hand, platziert ihn über Medien und Veranstaltungen und öffnet Türen in Unternehmen. Specialisterne Austria coacht an Arbeit interessierte Personen, begleitet sie zu Bewerbungsgesprächen und vermittelt zum Unternehmen. Die Erfolgskontrolle bestätigt den Ansatz: 2015 konnte mit 30 beschäftigten Personen bereits eine halbe Million Euro erwirtschaftet werden.

Neben der Ausweitung des Programms auf alle Bundesländer verfolgen die Partner Essl Foundation und Specialisterne Austria als nächstes Ziel die Einrichtung von angepassten Ausbildungsmöglichkeiten für ASS-KandidatInnen, die im Regelbetrieb einer öffentlichen Universität nicht lernen können.

www.esslsozialpreis.at

Sprach-Café

im Lungau

Im März 2012 fand das erste „Sprach-Café“ im Auwirt von St. Michael statt. Unter dem Titel „Ostern aus der Sicht verschiedener Kulturen“ begann eine Serie von Treffen von Frauen und Männern mit und ohne Migrationshintergrund. Sie alle wollten ihre Deutsch-Kenntnisse vertiefen und verfeinern, neue Kontakte knüpfen, gemeinsam Spaß haben, die Region näher kennen lernen…

„Wir gehen seit Beginn an nach dem „bottom-up“ Prinzip vor“, erklärt Christian Dreyer. „Im Anschluss an einen Integrationslotsinnen-Lehrgang befragten wir die migrantischen Teilnehmerinnen, was diese Zielgruppe im Lungau braucht. Einhellig war die Antwort: Ein Sprach-Café! Kein Kurs, sondern ein gutes Miteinander, ein Treffpunkt, wo man Leute kennen lernt und sich austauschen kann. Und trotzdem als zentraler Punkt: Deutsch verbessern bzw. lernen!

Zwei Mal jährlich treffen sich Referentinnen, migrantische Vertretern und Projektleitung, um Ziele und Inhalte abzustimmen. Weil das Interesse groß war und Mobilität ist bei den in Salzburg Migrantinnen immer ein Thema ist, etablierte sich sehr rasch ein zweites Sprach-Café in Tamsweg, und somit sind beide Hauptorte des Lungaus versorgt.

Die Inhalte und Aktivitäten der BesucherInnen des Sprach-Cafés reichen vom Trommelworkshop bis zum Faschingsfest, vom gemeinsamen Stricken zur Lesung. Einziges Kriterium: es muss Deutsch gesprochen werden und Spaß machen. Ein Radio-Beitrag des ORF Salzburg fand das Sprach-Café spielte kleine private Spenden und die Unterstützung der Migrationsstelle des Landes Salzburg ein; seit 2015 beteiligt sich der Dreyer Charity Fund an dem ungezwungenen und sympatischen regionalen Integrationsprojekt.

Wirkt es auch im Sinne der Zielsetzung?
Für die TeilnehmerInnen hat sich das „Bruttoregionalglück“ gesteigert!“, begeistert sich die Projektleiterin. In den letzten Jahren erkennt man gut die wachsenden Deutsch-Kenntnisse der treuesten Teilnehmenden. „Aber am allerschönsten ist es, zu sehen, wie sich die einzelnen Teilnehmenden als Person, in ihrer Persönlichkeit, in ihrem Auftreten weiterentwickeln“, sagt sie. „Zum Beispiel eine Thailänderin, die anfangs nicht Deutsch sprechen konnte und sich zudem auch kaum etwas sagen traute, kann sich bei Ämtern, Behörden, den alltäglichen Dingen verständlich machen, hat Freunde und eine Arbeitsstelle in ihrem Heimatort gefunden.“

Im letzten Jahr verändert hat sich die Zusammensetzung der Sprach-Café. Durch die größere Anzahl an asylwerbenden Personen trennen sich die Teilnehmenden in Anfänger- und Fortgeschrittenen-Gruppen, eine größere Fluktuation ist entstanden. Warum wird es gelingen, das Sprach-Café erfolgreich weiterzuentwickeln?

„Weil wir „bottom up“ wirklich leben; weil Wir Bedürfnisse aufgreifen und versuchen umzusetzen; weil wir ein tolerantes Miteinander leben, egal woher jemand kommt, welcher Hautfarbe, Religion, Behinderung, Geschlecht,…“

http://www.dreyer.at/dreyer-charity-fund/

Leistbare Psychotherapie

Soforthilfefonds

Etwa 300.000 Menschen sind in Österreich gesundheitlich mehrfach belastet und gleichzeitig von Armut betroffen. Mindestens 110.000 Menschen in Österreich bräuchten eine Psychotherapie. Nur 35.000 bekommen diese Behandlung voll finanziert. Weitere 30.000 berappen mit der Zuschussregelung hohe Selbstbehalte. 45.000 Menschen können sich die Psychotherapie schlichtweg nicht leisten. Laut Liga für Kinder und Jugendgesundheit fehlen in Österreich 80.000 kassenfinanzierte Therapieplätze für Kinder und Jugendliche.

Psychotherapie darf kein Privileg für Eliten sein! Gemeinsam mit Spendern und Sponsoren des Vereins NEIN ZU KRANK UND ARM  finanziert die Stiftung „Nein zu Arm und Krank“ sowohl die Zahlungen an die Klienten als auch die dafür notwendigen Kosten für Beratung, anwaltschaftliche Arbeit sowie Sachkosten.

Eine ehemalige Begünstigte der Stiftung scchreibt:

Sehr geehrte Frau S.,

ich möchte mich für die rasche und unbürokratische Hilfe bedanken! Ihre Unterstützung hat mir ermöglicht Hilfe in Anspruch zu nehmen, die mir schlussendlich den Weg aus dem Burnout in eine neue Arbeit geebnet hat.

Vor fast einem Jahr habe ich aus Verzweiflung und mit Schamgefühl an Ihre Stiftung geschrieben und konnte die rasche und positive Reaktion gar nicht fassen. Nach vielen therapeutischen Gesprächen, einem Reha-Aufenthalt, Schmerzmitteln, Chinesischen Kräutern und einer Cranio Sacral-Therapie habe ich die Kraft gefunden, mich zu bewerben bzw. mir eine neue Arbeitsstelle zuzutrauen.

Mir ist klar, dass ich noch lange nicht ganz gesund bin und therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen muss, um stabil zu bleiben. Dass ich positiv in die Zukunft schauen kann, verdanke ich der finanziellen Unterstützung der Stiftung, aber auch durch dem persönlichen Kontakt mit Ihnen. Danke!!! für die rasche Hilfe zu meinem KH-Selbstbehalt und dem unerwarteten Angebot einer monatlichen Unterstützung für ein ganzes Jahr!

Mit herzlichem Dank
H.
R.

http://neinzuarmundkrank.at/

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